Lageplan

Das Schmidt-Bräu-Gelände liegt im Herzen der Stadt Schwandorf direkt angrenzend an den Marktplatz. In unmittelbarer Nähe sind die besten Einkaufslagen Schwandorfs, die Felsenkeller, der Blasturm. Schon lange wird im Schmidt-Bräu kein Bier mehr gebraut. Das Areal liegt im Dornröschenschlaf. Der zunehmend desolate Zustand zieht auch das Bergviertel in Mitleidenschaft. Er schadet dem Zentrum Schwandorfs und blockiert die positive Entwicklung der Stadtmitte.

Die Aufgabe bestand darin, unter Berücksichtigung der besonderen Lage nicht nur Möglichkeiten für das Schmidt-Bräu-Gelände, sondern Potenziale für das gesamte Umfeld aufzuzeigen. Ziel der Studie waren weniger gestalterische Aspekte im Sinne guter Architektur oder schöner Fassaden. Vielmehr ging es um die Entwicklung einer Strategie, wie man mit verschiedenen Bauherren in mehreren Bauabschnitten einer Realisierbarkeit näher kommt.
Da mit erheblichen Kosten für Abbruch und Geländemodellierung zu rechnen ist, wurde versucht, eine hohe Dichte an Bebauung zu erzielen und gleichzeitig über den Städtebau qualitätvolle Freiräume und den richtigen Maßstab für das Bergviertel zu finden.

Urkataster

Der Abgleich des Urkatasters mit der aktuellen baulichen Situation zeigt, daß die östliche Bebauung der Spitzwegstraße großteils der historischen Abbildung entspricht.
Anhand der früheren Flurstücksgrenzen läßt sich eine Struktur herausbilden, die die Qualitäten des Urkatasters aufnimmt in Bezug auf die Freiraumqualitäten und die gewünschte Porösität der Bebauung.
Für die Entwicklung des Schmidt-Bräu-Areals hat der Rückgriff auf das Urkataster praktische Vorteile in der Umsetzung: So ist eine abschnittsweise Realisierung und eine Realteilung der Baugrundstücke möglich.

Städtebauliche Machbarkeitsstudie 2012-14
Mitarbeiter: Torben Römer

Auftraggeber:
Schmidt Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG, Schwandorf
Amt für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Schwandorf
gefördert von der Regierung der Oberpfalz

Pressespiegel:
Der neue Tag vom 18.10.2013
Mittelbayerische Zeitung vom 20.3.2014

Nachtrag:

Prof. Hans-Peter Scheck von der OTH Regensburg, „spezialisiert auf Grundstücke, die schief gegangen sind“, findet unsere Studie „schlicht stadtfremd“ und stellt einen eigenen Entwurf vor, der „nach ökologischen Gesichtspunkten, ohne Kunststoffe und mit massiven Wänden wie vor 200 Jahren“ gebaut werden soll.
Mittelbayerische Zeitung vom 17.2.2016

Laut Mittelbayerische Zeitung ist „fehlender Abstand zu den Nachbargebäuden … einer der Gründe für den heftigen Widerstand der Stadtplanung gegen den Plan von Prof. Hans-Peter Scheck“. Mittelbayerische Zeitung vom 28.3.2018